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Broschüre
gegen Euro-Militarismus |
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Seit
den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Umbrüchen 1989 ist
die Welt nicht friedlicher geworden. „Denn der Menschheit drohen
Kriege ...“, diese Warnung Brechts angesichts von Remilitarisierung
und Aufrüstung vor 50 Jahren gewinnt heute wieder beklemmende Aktualität.
Es ist am Beginn des neuen Millenniums deutlich erkennbar, dass
westliche Bündnisse ihre außenpolitischen Orientierungen verändert
haben. Dies trifft nicht nur auf den Militärpakt NATO zu, der im völkerrechtswidrigen
Angriffskrieg gegen Jugoslawien wesentliche Grundorientierungen der
Nachkriegsordnung Europas in Frage gestellt hat. Seit
den Verträgen von Maastricht 1992 entwickelt auch die Europäische
Union politische und militärische Strukturen. Nur wenige Jahre nach
Maastricht hat sich eine 60.000 Mann starke Interventionstruppe
herausgebildet, die u. a. für Kampfeinsätze auf der ganzen Welt
trainiert wird. Der über Jahrzehnte gültige Konsens internationaler
Beziehungen – ein Mandat des UNO-Sicherheitsrates für militärische
Maßnahmen – ist für das Führen von EU-Kriegen nicht mehr absolute
Voraussetzung. Die
Menschen in den Staaten Europas sind über diese Entwicklungen – nicht
zuletzt aufgrund des von den politischen und militärischen Machteliten
hergestellten Informationsdefizites – wenig informiert. Warnende Stimmen
finden in Massenmedien kaum Gehör. Es kristallisiert sich heraus, dass
VolksvertreterInnen in Fragen der Sicherheit vielfach abseits dem
politischen Willen der BürgerInnen agieren. Daher haben sich 3
Friedensorganisationen aus Österreich (Friedenswerkstatt
Linz), der
Schweiz (Gruppe Schweiz
ohne Armee) und aus Deutschland (Informationsstelle
Militarisierung) zusammengefunden, um am Abbau dieses
Informationsdefizites zu arbeiten. „Denn
der Menschheit drohen Kriege...“ versucht, politische und militärische
Strukturen euro-atlantischer Sicherheitspolitik zu beleuchten und ergänzt
diese Analysen durch friedenspolitische Alternativen, die jenseits von
militärischen Drohgebärden, Kampf- und Interventionsstrukturen und
jenseits von aggressivem Faust- und Muskelspiel Denkmöglichkeiten
schaffen. Der von den USA und Großbritannien aufgrund der traurigen Terroranschläge vom 11. September begonnene Krieg gegen Afghanistan passt in das Bild der Militarisierung der internationalen Beziehungen. Der Redaktionsschluss für diese Publikation war vor dem Beginn dieses neuen US-Krieges und konnte daher von den AutorInnen nicht berücksichtigt werden. Die hier wiedergegebenen Beiträge gehen jedoch über tagesaktuelle Analysen hinaus, stellen grundsätzliche Fragen der europäischen Sicherheitspolitik und behalten daher ihre Gültigkeit. Thomas Roithner, Gerald Oberansmayr |