Hiroshima mahnt:
Neutralität verteidigen – Friedensvolksbegehren unterstützen!

Am 6. und 9. August 1945 wurden die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. 300.000 Menschen starben unmittelbar danach, bis heute leiden ebensoviele an den Spätfolgen. 58 Jahre nach diesen verheerenden Explosionen droht eine neue Runde der Atomrüstung eingeläutet zu werden. Der Irak-Krieg der USA hat den Ländern des Südens vor allem eines gezeigt: wenn sie nicht über atomare Massenvernichtswaffen verfügen, droht ihnen jederzeit das Schicksal des Iraks. Die Politik des „Präventivkriegs“ führt daher nicht zur Eindämmung von Massenvernichtungswaffen, im Gegenteil: sie kurbelt deren Entwicklung geradezu fieberhaft an. Dabei sind es nach wie vor die westlichen Großmächte, die über die größten Arsenale an Atomwaffen verfügen. Fast 60 % aller atomaren Sprengköpfe lagern in den USA, Großbritannien und Frankreich. In den USA wird daran gearbeitet, eine neue Generation von Atomwaffen zu entwickeln, sog. Bunker-Buster, mit deren Hilfe der Atomkrieg „führbar“ gemacht werden soll. Der Einsatz von Granaten aus abgereicherten Uran in den beiden Golfkriegen, im Jugoslawien- und Afghanistankrieg hat zu einem sprunghaften Anstieg von tödlichen Erkrankungen insbesondere der Zivilbevölkerungen in diesen Ländern geführt.

Auch die Machteliten der EU arbeiten am Ausbau ihrer Nuklearstreitkräfte. In Frankreich läuft derzeit ein Programm zur Produktion einer neuen Generation von atomaren Lang- und Mittelstreckenraketen. Mit der Genehmigung der Inbetriebnahme des nuklearen Forschungsreaktors FRM II in Garching bei München steht auch Deutschland vor dem Einstieg in die Atombombenproduktion. Die nun vorgelegte EU-Verfassung verfolgt vor allem ein Ziel: die EU soll eine militärische Supermacht werden – Atomwaffen inklusive.

Angesichts von Krieg und Aufrüstung ist die österreichische Neutralität moderner und zukunftsweisender denn je: sie ist der einzig wirksame Schutz davor, dass Österreich in die Nuklearpläne von USA und EU eingebunden wird. Und sie ist die unabdingbare Voraussetzung für eine Außenpolitik, die sich für internationale Abrüstung und die Ächtung von Massenvernichtungswaffen einsetzt. In diesem Sinne rufen wir alle Menschen auf, das derzeit laufende Friedensvolksbegehren zu unterstützen.

Presseaussendung der Friedenswerkstatt Linz vom 5. August 2003