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„Zwei Gangsterbanden sind nicht besser“ |
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Winfried Wolf |
Gestern (21.11.2002) referierte der ehemalige deutsche Bundestagsabgeordnete und Friedensforscher Winfried Wolf auf Einladung der Friedenswerkstatt in Linz zum Thema „Krieg gegen den Irak: Kampf gegen einen Diktator oder Blut für Öl?“ Seine zentralen Aussagen:
In der Diskussion ging es stark um die Frage der Perspektiven der Friedens- und Anti-Kriegsbewegung. Als besonders wichtig hob Wolf dabei heraus, dass man beim Widerstand gegen die US-Kriegspolitik die Militarisierung Europas nicht außer Acht lassen dürfe. Mit der Aufstellung einer 60.000 Mann/Frau-starken EU-Interventionsarmee wolle die EU in Zukunft „Kriege auf eigene Rechnung und für eigene Beuteanteile führen“. Die EU ist nicht ein friedliches Gegenmodell zu den USA, sondern die Kopie desselben räuberischen Modells, mit dem Unterschied, dass sie militärisch in etwa ein Jahrzehnt zurückliegt. Am Aufholprozess in diesem Bereich wird derzeit fiebrig gearbeitet. Wolf: „Eine Welt, die von einem Weltpolizisten USA beherrscht wird, ist schlimm, aber eine Welt, in der zwei Gangsterbanden USA und EU sich miteinander gegen den Rest der Welt verbünden bzw. gegeneinander um die Aufteilung der Beute streiten, ist keineswegs besser. Die Zukunft der Friedensbewegung liegt in der strikten Äquidistanz zur Militarisierung in den USA und der EU“. Außerdem sei es wichtig, den Zusammenhang zwischen Sozialabbau und Aufrüstung herauszustreichen, um neue Schichten für die Friedensbewegung zu gewinnen. „Ich bin keineswegs pessimistisch“, so Wolf abschließend, „die Friedensbewegung ist heute international bereits sehr viel stärker als sie es z. B. am Anfang des Vietnamkrieges gewesen ist“. Die Friedenswerkstatt Linz, die im November bereits eine Mahnwache gegen den drohenden Irak-Krieg veranstaltet hat, kündigte an, sofort breit zur Vorbereitung von Anti-Kriegsaktionen einzuladen, wenn sich ein Militärschlag gegen den Irak abzeichnet. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, bereits jetzt mit uns in Kontakt zu treten. Presseaussendung der Friedenswerkstatt Linz vom 22.11.2002 |