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Der Krieg gegen Afghanistan - Ursachen und Folgen |
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| STOPPT DEN KRIEG! |
Der Krieg gegen
Afghanistan Vortrag und Diskussion mit Herbert Auinger Mittwoch, 16. Jänner 2002, 19 Uhr Herbert Auinger schreibt für die österreichische, linke Wochenzeitung Volksstimme und ist Autor des Buches Haider. Nachrede auf einen bürgerlichen Politiker Krieg ist schon eine Lösung. Fragt sich, wofür? Die konstruktive Kritik übende Redeweise vom „Krieg“, der „keine Lösung“ sei, beruht auf einer idealistischen Interpretation des Problems, auf das diese Lösung dann angeblich nicht recht passt. Diese Täuschung wird dadurch nicht weniger blamabel, dass sie sich womöglich auf Stellungnahmen der Kriegsherrn oder Verlautbarungen ihrer Propagandakompanien berufen kann: So kann man natürlich den aktuellen Afghanistan-Krieg für eine problematische und kontraproduktive Begleiterscheinung des lobenswerten Unterfangens betrachten, die dortige Bevölkerung von der Herrschaft „mittelalterlicher Fanatiker“ zu „befreien“, weil da „leider“ auch „zivile Opfer“ anfallen. Natürlich weiß jeder um die Unangemessenheit einer derartigen Betrachtung, indem die Rechte der afghanischen Frau den kriegführenden Schwärmern der Menschenrechte bis neulich genau so gleichgültig waren wie die der Frauen in Saudi-Arabien. Solche Scherze gehören zum Feindbild, begründen aber nicht die Feindschaft. Worum geht es also? Die USA haben den substaatlichen, den „privaten“ militanten Anti-Amerikanismus jener Terror-NGO, die sich am 11.9. so spektakulär bemerkbar gemacht hat, zu einer staatlichen Sache gemacht. Sie haben die Privatgewalt an die Staatenwelt rückgebunden. Jenseits des Feindbildes von den grundlos bösen wahnsinnigen Frommen, die alleine zu solchen Taten fähig seien, sind die Attentate genommen worden, wie sie gemeint waren: als politische Kampfansage. Noch am selben Tag haben die US-Weltpolitiker gewusst, in welcher Weltgegend sie sich durch ihre und Israels Nahostkriege erbitterte Feinde gemacht haben. Zwar sind die arabischen Staaten nicht willens bzw. in der Lage, diesen Kampf zu führen, was ihnen von dortigen Oppositionellen auch vorgeworfen wird – die westliche Öffentlichkeit und Al Kaida stimmen immerhin in der Beurteilung der prowestlichen Araberstaaten als „korrupte Diktaturen“ überein. Die Feindschaft gegen die USA existiert dennoch. Sie existiert aber bloß, so die US-offizielle Logik, weil sie von Staaten geduldet oder ermuntert wird, und das ist deren Verbrechen. Die weltweite „Anti-Terror-Koalition“ ist der Anspruch der USA an die ganze Welt, dem US-Interesse an der eigenen Unverwundbarkeit durch die Ausrottung dieses Anti-Amerikanismus zu gehorchen. Dem hat sich das Taliban-Regime verweigert und darum wird es zerstört. Da sollte man auch einer notorisch glaubwürdigen Figur wie einem US-Präsidenten vertrauen, wenn er verlautbart, dieser Krieg sei erst der Anfang. Auf der einschlägigen, nach oben offenen Liste stehen angeblich ca. fünfzig Staaten. Die Delikte reichen von Versäumnissen bei der Bekämpfung anti-amerikanisch missbrauchten Privateigentums („Geldwäsche“) bis zum Besitz von „Massenvernichtungsmitteln“ ohne US-Lizenz – die Verfügung über solche Arsenale betrachten die USA nämlich als ihr ureigenes Privileg. Es gibt viel zu tun und sie packen es an. |