guernica 4/2005: EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser!

Am 11. Mai hat der österreichische Nationalrat trotz zahlreicher Proteste (siehe z. B. unsere Menschenkette vom 7. Mai auf Seite 4) die EU-Verfassung ratifiziert und den Menschen in Österreich eine Volksabstimmung über diese wichtige Frage verweigert. Dank dem „Nein“ einer großen Mehrheit bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden ist die EU-Verfassung trotzdem gescheitert und kann nicht in Kraft treten - u. a. auch ein großer Erfolg der Friedens- und Sozialbewegungen. Doch leider kann nicht Entwarnung gegeben werden, denn einzelne Teile der EU-Verfassung werden trotzdem umgesetzt - dies gilt vor allem für jene Teile, die die Militarisierung der EU betreffen. Besonders das politische Establishment in Österreich zeigt sich relativ unbeeindruckt und setzt den Kurs „EU-Kriegseinsätze im Ausland statt Neutralität“ fort. [Zu diesem Aspekt ist übrigens gerade unsere neue Broschüre „Auf dem Weg zur EU-Militärprovinz - Die Militarisierung Österreichs“ erschienen, die ab sofort zum Preis von EUR 2,- bestellt werden kann (Seite 6).] So beteiligt sich z. B. Österreich an einer deutsch geführten EU-Schlachtgruppe und an der EU-Rüstungsagentur. Dem muss weiter Widerstand entgegengesetzt werden. Das Friedensvolksbegehren ist das entscheidende Instrument dazu. Deshalb der Aufruf an alle: Sammelt noch zahlreich Unterstützungserklärungen, damit wir das Friedensvolksbegehren einleiten können (Seite 8)! Am 1. Juli findet ein bundesweiter Aktionstag unter dem Motto „EU-Verfassung gescheitert - Militarisierung geht weiter ... Raus aus den EU-Schlachtgruppen! Raus aus der EU-Rüstungsagentur!“ statt (nähere Informationen im Internet unter www.werkstatt.or.at).

Zum Schluss ein dringender Spendenaufruf: Unsere zahlreichen Aktivitäten gegen die EU-Verfassung und gegen die Militarisierung Österreichs belasten massiv unsere Finanzen. Wir sind in erster Linie auf Spenden unserer SympathisantInnen angewiesen. Deshalb die Bitte: Unterstützen Sie auch durch einen finanziellen Beitrag unsere Friedensarbeit (mit beiliegendem Zahlschein oder direkt auf unser Konto; Kontoverbindung siehe letzte Seite). Und wie immer gilt: guernica abonnieren, für den Frieden engagieren!

Günter Reder
Werkstatt Frieden & Solidarität

aus: guernica 4/2005