guernica 5/2005: EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser!

Österreich entsendet wieder SoldatInnen nach Afghanistan und übernimmt eine Kommandoführung in Bosnien-Herzegowina. Diese neutralitätswidrige Verstrickung in militärische Abenteuer gefährdet auch zunehmend die Sicherheit der Bevölkerung an der „Heimatfront“ (Seite 6). Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass die Neutralität nicht „nur“ ein Schutz gegen das militärische Großmachtstreben der EU darstellen würde, sondern auch einen Selbstschutz gegen die militaristischen Ambitionen der eigenen Eliten in Österreich. Dafür muss allerdings die Bevölkerung die Verteidigung der Neutralität „selbst in die Hand nehmen“ - z. B. durch die Unterstützung des Friedensvolksbegehrens. Von den Führungen aller Parlamentsparteien kann diesbezüglich nichts mehr erwartet werden. Sie sind in diesen Fragen längst zu einer militaristischen Einheitspartei verschmolzen.

Zur Zeit liegen knapp 6.000 Unterstützungserklärungen für das Friedensvolksbegehren vor. Benötigt werden 8.032 bis Ende des Jahres. Es bedarf noch einer gehörigen Anstrengung, um das Friedensvolksbegehren erfolgreich einleiten zu können. Deshalb der Aufruf: Sammelt noch zahlreich Unterstützungserklärungen und sendet sie bitte so rasch als möglich in das Werkstatt-Büro (Seiten 7 und 8).

An dieser Stelle nochmals der Hinweis auf die neue Broschüre „Auf dem Weg zur EU-Militärprovinz - Die Militarisierung Österreichs“, die zum Preis von EUR 2,- (exkl. Porto) im Werkstatt-Büro bestellt werden kann.

Zum Schluss ein dringender Spendenaufruf: Unsere zahlreichen Aktivitäten gegen die Militarisierung Österreichs und der EU belasten massiv unsere Finanzen. Wir sind in erster Linie auf Spenden unserer SympathisantInnen angewiesen. Deshalb die Bitte: Unterstützen Sie auch durch einen finanziellen Beitrag unsere Friedensarbeit (mit beiliegendem Zahlschein oder direkt auf unser Konto; Kontoverbindung siehe letzte Seite). Und wie immer gilt: guernica abonnieren, für den Frieden engagieren!

Günter Reder
Werkstatt Frieden & Solidarität

aus: guernica 5/2005