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NACHGEFRAGT |
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Interview der guernica mit Christian Kenndler von der Post-Gewerkschaft, VPA-Vorsitzender des Bereichs Wels. guernica: Es gibt in der Gewerkschaftsführung die Orientierung, nur zum jetzigen Zeitpunkt, aber nicht grundsätzlich gegen die Privatisierung der Post einzutreten. Wie siehst du das? Kenndler: Ich bin grundsätzlich gegen die Privatisierung. Die Versorgung der Bevölkerung mit Basisdienstleistungen kann nur eine Staatsaufgabe sein. Das gilt für die Postdienstleistungen, aber auch für Bildung, Gesundheit, Wasser und viele andere Infrastrukturen. Mit der Privatisierung soll die Grundversorgung der Bevölkerungen den Gewinninteressen einiger weniger geopfert werden. Der Verkauf der Post bedeutet, Arbeitslosigkeit zu produzieren, deren Kosten die Gesellschaft zu tragen hat. Wie siehst du die jetzt viel propagierte „Volksaktie“, mit der die Post unter die Bevölkerung kommen soll? Das ist ein Schmäh. Einerseits soll an die Bevölkerung etwas verkauft werden, was ihr ohnehin schon gehört. Aber selbst das stimmt nicht. Denn die sog. „Bevölkerung“ kann sich diese Aktien gar nicht leisten, alle solche Versuche haben bisher immer gezeigt: über kurz oder lang werden die Aktienpakete von einigen wenigen Großaktionären aufgekauft. Wie kann der Börsegang der Post noch verhindert werden? Um diese Interessen der Allgemeinheit zu verteidigen, ist es notwendig, dass sich ein breiter Widerstand entwickelt, in den Betrieben, aber auch darüber hinaus. Die Regierung muss sehen, dass sich eine breite Masse gegen den Ausverkauf stellt. Und was ist mit dem Streik? Ein Streik wäre notwendig, um zu zeigen, dass die KollegInnen bereit sind, die Verschlechterungen nicht kampflos hinzunehmen und ein Bewusstsein zu schaffen, das sich gegen den gesellschaftlichen Fatalismus wendet. |