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Scharpings
Plan-Spiel "Operation Hufeisen" - die Geschichte eines Propaganda-Bluffs
von Heinz Loquai, Brigadegeneral a. D.
Das Beispiel "Hufeisenplan" zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie leicht
es sein kann, erfolgreiche politische Kampagnen zur Rechtfertigung des
politischen Handelns zu führen, wenn der Nährboden bereitet ist. Kein
Staatsanwalt würde es in einem Rechtsstaat wagen, mit einer in sich so
widersprüchlichen Anklageschrift und mit so schwachen Beweisen Anklage
zu erheben. Doch der Verteidigungsminister offerierte seine Anklage nicht
nur den Parlamentariern, den Medien und der Öffentlichkeit. Noch bemerkenswerter
ist, daß seine Behauptungen bereitwillig und nahezu kritiklos übernommen
wurden. Allerdings - seine innenpolitische Funktion erfüllte der "Hufeisenplan".
Er schob die öffentliche Kritik an den Nato-Luftangriffen beiseite, er
schuf für sie sogar eine zusätzliche Rechtfertigung, von der die Politiker
noch gar nichts gewußt hatten, als sie die Entscheidung für den Krieg
trafen.
in: "Der Kosovo-Konflikt - Wege in einen vermeidbaren Krieg",
Kapitel 8
Kritische
Töne zum "Hufeisenplan"
Schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Kosovo-Krieg erhebt der ehemalige
Brigadegeneral Heinz Loquai gegen die Bundesregierung. Der Bundestag sei
"im Verlaufe seiner Befassung mit dem Kosovo-Krieg von den jeweiligen
Regierungen lückenhaft, einseitig und falsch unterrichtet" worden. Der
angebliche "Hufeisen-Plan" der jugoslawischen Regierung habe wahrscheinlich
nie existiert.
Zwei Beiträge in:
- Hamburger Abendblatt, 21. 3. 2000
- Frankfurter Rundschau, 22. 3. 2000
ARD-Sendung
"Panorama" deckt Scharping-Lügen auf
Zum Besten, was die Öffentlich-Rechtlichen zum Jugoslawien-Krieg zeigten,
gehört die "Panorama"-Sendung vom 18. Mai 2000 - gut ein Jahr nach dem
Krieg. "Der Hufeisenplan wurde gar nicht in Belgrad, sondern in
Bonn geschrieben."
in: Panorama, 18. 3. 2000
Ein
Oberst war Scharpings Schmied
Von Franz-Josef Hutsch
Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Scharpings Aussagen werden inzwischen
vor allem aus seinem eigenen Ministerium genährt. Drei Offiziere erinnern
sich an Gespräche, die sie im Herbst vergangenen Jahres mit Oberst Karl
Gunter von Kajdacsy, Referatsleiter des Führungsstabes der Streitkräfte,
geführt haben. Dabei hat ihnen der Oberst im Generalstabsdienst erzählt,
er habe den Titel "Hufeisen" für die Analyse erfunden, die Scharping kurz
zuvor aus dem Außenministerium auf die Bonner Hardthöhe geschleppt hatte.
"Für mich war das Scharpings Schmied", sagt einer der Offiziere.
in. Hamburger Abendblatt, 4. 4. 2000
Scharping
gibt zu: Hufeisenplan liegt nicht schriftlich vor
Scharping sagte gestern nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses
in Berlin, der Plan liege westlichen Militärs nicht in Kopie vor. Damit
bestätigte er die Recherchen des Ex-Brigadegenerals Heinz Loquai und des
Abendblattes, nach denen es sich bei dem Hufeisenplan um die Zusammenfassung
von Geheimdiensterkenntnissen aus zweiter und dritter Hand handelt, nicht
aber um die Kopie oder das Original eines serbischen Planes, der die systematische
Vertreibung und Ermordung der Kosovo-Albaner beinhaltet.
in: Hamburger Abendblatt, 6. 4. 2000
Schasste
Scharping einen OSZE-General?
Schwere Vorwürfe gegen den Bundesverteidigungsminister: Weil er ihm zu
kritisch war, ließ Rudolf Scharping offenbar einen deutschen General bei
der OSZE in Wien abtreten. Die hätte den ranghohen Offizier gern behalten.
in: Spiegel Online, 22. 6. 2000
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