Uran-Geschosse: Eine neue Massenvernichtungstechnologie |
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Im Golfkrieg und im NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien „erprobt“: Uran-Geschosse: Eine neue Massenvernichtungstechnologie Auszug aus einem Vortrag von Prof. MD, DSc. PhD. Siegwart-Horst Günther, gehalten am 13. Januar 2000 im Albert Schweitzer Haus in Wien. Durch fortlaufende humanitäre Hilfen kann ich seit 1990 sehr eingehend die Kriegsfolgen für die Bevölkerung im Irak registrieren. Nach Angaben von UNICEF sind im Irak etwa 860.000 Kinder von unter 5 Jahren unterernährt. In dieser Altersgruppe starben im März 1994 11.480 Kinder, zur Zeit liegt die Todesrate bei 5.000 bis 6.000 monatlich. Damit sterben im Irak augenblicklich etwa 200 Kinder täglich. Wegen der großen Trockenheit droht dem Irak, nach Angaben des für humanitäre Angelegenheiten tätigen UN-Beauftragten Graf Sponeck, eine Hungersnot größten Ausmaßes: Menschenmassen wanderten bereits in den Norden des Landes. Wegen des Embargos können Bewässerungsanlagen nicht repariert werden. Graf Sponeck, mit dem ich vor einiger Zeit ein Gespräch geführt habe, beklagt die verheerenden Auswirkungen der westlichen Sanktionspolitik. Die vor neun Jahren verhängten Sanktionen zerstörten die irakische Gesellschaft. In ähnlicher Form hatte sich auch Sponecks Vorgänger geäußert, der Ire Dennis Halliday, er wurde dafür vor einem Jahr aus seinem Amt gedrängt. Ähnlichen Bestrebungen ist jetzt auch Graf Sponeck ausgesetzt: er verdient Dank und Unterstützung. Es ist beschämend, daß Hunderte von Anträgen auf Einfuhrgenehmigungen für lebensnotwendige Güter, die unter dem Erdöl-für-Nahrungsprogramm erlaubt wären, unbearbeitet bleiben. Nicht einmal Wasserpumpen aus rostfreiem Stahl werden genehmigt. Dafür wird aber fast täglich bombardiert. Seit den schweren Angriffen Ende 1998 haben Amerikaner und Briten fast so viele Einsätze geflogen wie in den 78 Tagen des Kosovokrieges gegen Serbien. Das Kinderhilfswerk UNICEF hat meine seit vielen Jahren immer wieder vorgetragene Kritik an der Mortalitätsrate von Kindern unter 5 Jahren inzwischen in einem erschütternden Bericht bestätigt. Hiernach hat sich die Todesrate dieser Kinder in den Jahren nach dem Golfkrieg fast verdoppelt: etwa eine halbe Million sind tot, die unter anderen Umständen überlebt hätten. In den letzten Jahren breiten sich unter irakischen Kindern immer weiter Infektionskrankheiten aus: es sind besonders Kinderlähmung,TBC, Hepatitis,Tetanus, Keuchhusten und Diphterie; selbst Masern haben eine hohe Todesrate. Aus diesem Grund war die Grenze Jordaniens zum Irak auch zeitweilig geschlossen. Besonders im Süden des Irak werden immer mehr Kinder mit Leukämie oder anderen Krebsbildungen, aplastischer Anämie durch Störungen im Knochenmark und mißgebildet geborene Kinder registriert, für die noch Mutter Teresa zur Betreuung in Bagdad eine Sammelstelle eingerichtet hatte. Diese Krankheitsbilder werden uranhältiger Munition zugeschrieben, die von der alliierten Armee im Zweiten Golfkrieg eingesetzt wurde. Natürlich vorkommendes Uran hat nur einen Anteil von rund 0,7% des Isotops 235, der größte Teil ist Uran des Isotops 238. Da nur Uran des Isotops 235 als spaltbares Material für den Einsatz in Atomkraftwerken oder zur Entwicklung von Atomwaffen geeignet ist, muß das Erz mit diesem Isotop angereichert werden. Was bei diesem Verfahren in großen Mengen anfällt, ist sogenanntes abgereichertes Uran oder D.U., depleted uranium, das fast nur noch aus dem Isotop 238 besteht. Diese Abfälle der Uran-Industrie werden in Europa wegen ihrer großen Toxizität und ihrer Radioaktivität unter erheblichen Kostenaufwand in gesicherten Deponien gelagert. Zur Reduzierung des hohen Kostenaufwandes wird das abgereicherte Uran des Isotops 238 gern, zum größten Teil auch kostenfrei, an Interessenten abgegeben. D.U., depleted uranium, besitzt Charakeristika, welche vor allem für die Rüstungsindustrie sehr attraktiv sind: 1) Es ist praktisch der schwerste Stoff, der natürlich auf der Erde vorkommt. 2) Die vermutlich nach einer deutschen Technologie entwickelten D.U.-Geschosse haben eine hohe Durchschlagskraft und sind besser als alles andere zum Durchbrechen von Stahlpanzerungen geeignet. 3) Es ist zudem ein brennbares Material. Beim Durchschlagen einer Panzerung entzündet es sich und setzt bei der Verbrennung hochtoxische und radioaktive Stoffe frei. Es bilden sich dabei Partikel von Uranoxid, die eingeatmet werden können oder durch Wunden in den Körper gelangen. In Körperflüßigkeiten ist Uranoxid löslich und dann durch die giftige Eigenschaft wirksam, zum Teil aber auch unlöslich, dann sitzt es im Körper fest und kann über lange Zeit die Radioaktivität entfalten. Während des Zweiten Weltkrieges war im Oktober 1943 durch Deutschland eine großflächige Radioaktivität in die Kriegsführung eingeplant. Auf diese Zeit geht wohl auch die Entwicklung „besonderer Geschosse“ zurück. Die US-Spionage hatte hiervon allerdings Kenntnis erhalten. D.U.-Geschosse wurden von den alliierten Truppen im Golfkrieg 1991 erstmalig angewandt, mit verheerenden Wirkungen und Folgen. In den letzten 5 Jahren konnte ich im Irak umfangreiche Untersuchungen durchführen. Nach diesen Ergebnissen führt der Kontakt mit D.U.-Munition vor allem bei Kindern: 1) Zu einem Zusammenbruch des Immunsystems mit deutlich ansteigenden Infektionskrankheiten. 2) Zu ausgedehnten Herpes- oder Zosterbildungen (Gürtelrose), auch bei Kleinkindern. 3) Zu Aids-ähnlichen Erscheinungen, auch bei Kleinkindern. Es ist meines Erachtens nicht auszuschließen, daß Umweltschäden durch Radioaktivität, das heißt Einflüsse durch Niedrigstrahlung für ein Auftreten von Virus-Erkrankungen wie Aids oder BSE mitverantwortlich sind. 4) Durch Funktionsstörungen von Nieren und Leber zu einem bisher unbekannten Krankheitsbild, das inzwischen als Morbus Günther benannt worden ist. 5) Zu Leukämie oder anderen Krebsbildungen und aplastischer Anämie (Störungen im Knochenmark). 6) Zu genetisch bedingten Mißbildungen, die auch bei Tieren auftreten. 7) Zu Aborten oder Frühgeburten bei Schwangeren. Meine Untersuchungsergebnisse weisen auf eine Ähnlichkeit, wie sie in letzter Zeit in dem sogenannten „Golfkriegssyndrom“ bei US- und britischen Soldaten und deren Kindern beschrieben werden. Die genetischen Mißbildungen amerikanischer, britischer und irakischer Kinder gleichen sich. Uran ist, wie alle Schwermetalle, z.B. Blei oder Cadmium, hochtoxisch. Der menschliche Körper darf damit nicht in Berührung kommen. Nach Angaben der US-Armee wurden allein etwa 14.000 großkalibrige Uran-Granaten im Golfkrieg verschossen. Schätzungen der britischen Atomenergiebehörde zufolge sollen etwa 40 Tonnen dieser Munition im Grenzgebiet zu Kuwait herumliegen, andere Experten gehen sogar von 300 Tonnen aus. Nur etwa 10% dieser Geschosse werden gefunden, die Masse ist im Sand verweht oder liegt tief im Erdreich. Da in diesen Wüstengebieten auch Regenzeiten auftreten, gelangt die Toxizität ins Grundwasser und schließlich auch in die Nahrungskette, eine langfristige Gefahrenquelle der dort lebenden 1/2 Million Menschen, die nach neueren Untersuchungen wohl auch schon eingetreten ist. Nach Ansicht des amerikanischen Atomwissenschaftlers Leoard Dietz sei die Waffentechnologie der Urangeschosse derartig revolutionierend wie im Ersten Weltkrieg das Maschinengewehr. Der Golfkrieg war nach seiner Ansicht aber auch der toxischste Krieg in der bisherigen Kriegsgeschichte. Im November 1996 wurde darüber berichtet, daß in Ex-Jugoslawien etwa 1.000 Kinder an einem Syndrom unbekannter Ursache litten: Kopf-, Unterbauch- und Muskelschmerzen, Atemnot und Schwindel. Über 600 Kinder seien bisher in Krankenhäuser eingewiesen worden. Im Dezember 1997 und Januar 1998 wurde in bosnischen Medien darüber berichet, daß es in einigen Gebieten des früheren Jugoslawien zu einem dramatischen Anstig von Leukämie, Krebsbildungen und mißgebildet Neugeborenen gekommen sei. Eine seltsame Massenerkrankung habe auch die Kühe erfaßt. Die Milchproduktion sinke vielfach rapide und versiege teilweise ganz. Der Blutanteil in der Milch sei oft so hoch, daß sie für den menschlichen Genuß nicht mehr zu gebrauchen ist. In einigen Fällen seien bei Kühen Mißgeburten registriert worden: Kälber wurden ohne Haut an den Füßen, ohne Klauen oder Zunge geboren, eine genetisch bedingte Veränderung, die auch bei anderen Säugetierarten zu beobachten war. In Bosnien zeigten sich zudem Veränderungen in der Vegetation: es gebe sehr wenige Früchte, die zum Teil sogar mißgebildete Formen zeigten, zudem bilde sich ein sehr merkwürdiges Moos. Nach Untersuchungen des Nuklearforschungsinstituts in Vinca hat die radioaktive Strahlung nach den NATO-Bombardierungen durch Anwendung von D.U.-Munition gefährlich zugenommen. Auch bei den Kämpfen im Kosovo wurde von der NATO D.U.-Munition eingesetzt. Bei Kleinkindern dieser Flüchtlinge wurden ausgedehnte Gürtelrose-Bildungen festgestellt: eine bei Kleinkindern ganz ungewöhnliche Erscheinung, die sonst fast nur bei Krebskranken und älteren Menschen auftritt. In der Beantwortung einer Anfrage schreibt der Vertreter des deutschen Bundesministeriums der Verteidigung in einem Schreiben vom 16. Juli 1999 zum Thema „Verwendung von Munition mit abgereicherten Uran“ unter anderem: 1) „Im Rahmen der NATO-Luftangriffe gegen die Bundesrepublik Jugoslawien wurde D.U.-Munition von dem US-Waffensystem A-10 eingesetzt. 2) Das Waffensystem A-10 wurde hauptsächlich im Kosovo eingesetzt. Da mit der Bordkanone keine vorgeplanten stationären Ziele angegriffen werden, sondern solche Ziele, die durch den Piloten während des Einsatzes erfaßt werden, ist eine exakte Gebietsangabe nicht möglich. 3) Die NATO hat am 01.07.99 auf eine mögliche toxische Gefährdung beim Umgang mit von D.U.-Munition getroffenen Fahrzeugen hingewiesen und vorbeugende Maßnahmen empfohlen, die auch an die im Kosovo befindlichen Hilfsorganisationen weitergegeben wurden. Eine Dekontaminierungsplanung seitens der NATO gibt es derzeit nicht (...)“ In einem radioaktiven sogenannten „Heilbad“ in Deutschland konnte ich bei fast 30% der dort behandelten Patienten schwerwiegende Nebenwirkungen feststellen: Infekte und Gürtelrose-Bildungen, Anzeichen für einen Zusammenbruch des Immunsystems. Als Arzt und Wissenschaftler rufe ich daher immer wieder dazu auf, die Anwendung der D.U.-Munition zu verbieten, über die jetzt schon die Armeen von über 10 Staaten verfügen. Siegwart-Horst Günther (Präsident des Gelben Kreuzes International und Vizepräsident der Albert Schweitzer Akademie für Medizin in Warschau) |
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